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Der flüsternde Airwayblocker – Avro-Fliegen Teil 1

Bereits seit Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts befindet sich die Avro-Familie auf dem Markt, damals noch in der Ausführung BAe 146-100/200/300. Bis 2003 wurden insgesamt 387 Exemplare gebaut, von denen mit Stand April 2012 noch 204 im Liniendienst stehen. Besonderheiten sind unter anderem der für Regionalflugzeuge außergewöhnlich große Rumpfdurchschnitt, die vier Triebwerke ohne Schubumkehr oder die häufige mediale Aufmerksamkeit in Bezug auf das Auftreten des aerotoxischen Syndroms speziell in Flugzeugen der Avro-Baureihe.
In den nächsten Ausgaben werden wir einen Avro RJ 85 der Lufthansa von München (EDDM) nach Köln (EDDK) fliegen und uns die Systeme und den Flugverlauf etwas genauer ansehen. In der Realität fliegen mit Stand August 2012 lediglich noch zwei Flugzeuge des Typs Avro RJ 85 in der Flotte der Lufthansa Cityline, die jedoch in naher Zukunft ebenfalls ausgeflottet werden.

Im Flugsimulator müssen wir auf diese Begebenheit zum Glück keine Rücksicht nehmen und können uns frei nach unserem Belieben mit dem Jumbolino beschäftigen. Um unseren Flug nach Köln/Bonn vorzubereiten, öffnen Sie zunächst das FMC über die Tastenkombination Shift + 6 oder über den Clickspot im 2D-Panel. Auf der INDEX-Seite befindet sich eine Option mit der Beschriftung „LOAD PNL“. Hierüber werden wir die Auswahl „01_COLD_AND_DARK.PNL“ treffen, um das Flugzeug in unseren Anfangszustand zu versetzen.
Schritt eins beim Cold-&-Dark-Setup ist die Erstversorgung mit Strom. Dazu richten Sie ihren Blick auf das Lower Overhead und suchen im ELECTRIC-Bereich (die zweite Reihe von links) den Batterie-Hauptschalter, welcher auf ON gestellt werden muss. Das Flugzeug verfügt nun über eine Notstromversorgung, die aber nicht genügt, um alle Systeme ausreichend mit Energie zu versorgen, weshalb das Flugzeug auch mit einem dreitönigen Piepsen auf sich aufmerksam macht. Wie bei den meisten anderen Flugzeugen auch lässt sich diese „Ruhestörung“ glücklicherweise durch einen Klick auf den Master-Warnknopf beenden. Bevor wir uns darum kümmern auch die restlichen Systeme zum Leben zu erwecken, bringen wir noch den Schalter für die Emergency Lights, der sich links neben den Landescheinwerfern im mittigen unteren Teil des Overheads befindet, in die ARM-Position.

Um das gesamte Flugzeug mit Energie zu versorgen, haben wir zwei Optionen. Möglichkeit Nummer eins ist die APU zu starten und somit unabhängig von externen Geräten zu sein. Möglichkeit zwei besteht darin, einen externen Generator anzuschließen und somit Benzin zu sparen, das die APU verbrauchen würde. Da wir noch viel Zeit bis zu unserem Abflug haben, begeben wir uns in das Qualitywings Control Panel und schalten im rechten oberen Bereich die Ground Power hinzu. Zusätzlich muss dann noch der EXT-AC-Schalter in die ON-Position gebracht werden, der sich ebenfalls im ELECTRIC-Panel des Overheads links außen befindet.
Sie werden sicherlich bemerkt haben, dass unsere Displays trotzdem schwarz geblieben sind. Dazu müssen noch einige Knöpfe gedrückt werden, die sich jedoch alle recht nah beieinander im oberen Teil des Overheads verbergen. Bringen Sie jeweils die Knöpfe für YAW DAMP MASTER 1 & 2, AUTO PILOT MASTER 1 & 2 sowie AVIONICS MASTER 1 & 2 in die ON-Position, die sich im AVIONICS-Bereich befinden. Direkt darunter, im Bereich für ANTI SKID & LIFT SPOILERS, befinden sich die Schalter für Anti Skid, Auto Spoiler und Lift Spoilers Yellow & Green, die allesamt ebenfalls in die ON-Position bewegt werden müssen. Das Hochfahren der Bildschirme dauert übrigens ein Weilchen, schließlich sind in der Avro noch alte CRT-Röhrenmonitore verbaut.

Ihnen wird aufgefallen sein, dass auf unseren beiden Hauptmonitoren (Primary Flight Display und Navigation Display) noch keinerlei Informationen dargestellt werden. Hierzu muss erst das sogenannte Inertial Reference System, kurz IRS, „aligned“ werden, das dem Flugzeug mitteilt, wo es aktuell ist. Auf der Seite des ersten Offiziers befinden sich hierfür zwei Drehschalter, die beide auf die NAV-Position gebracht werden müssen. Die Ausrichtungszeit des IRS beträgt bei der Qualitywings Avro etwa zehn Sekunden. Bitte beachten Sie, dass während dieser Zeit das Flugzeug nicht bewegt werden darf, da ansonsten eine genaue Bestimmung der aktuellen Position nicht mehr möglich ist.
So weit, so gut. Bis hierhin haben wir unser Flugzeug zum Leben erweckt, die wichtigsten Systeme funktionieren bereits alle und die Avro weiß, wo sie sich befindet. Im nächsten Teil unserer Serie werden wir uns an die Programmierung des Flight Management Computers (FMC) wagen und die Flugroute eintippen sowie einige wichtige Dinge besprechen, die es vor dem Start noch zu erledigen gilt. Danach steht unserem Flug nach Köln/Bonn nichts mehr im Wege.
Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und „always three greens“.
Florian Venus
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Teil 1 erschien in der September-Ausgabe des Flight! Magazins und wird mit jeder neuen Ausgabe fort gesetzt.



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