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Review – Die Leichte mit Antrieb
Die von Aerosoft entwickelte H36 Dimona für den FSX ist ein Motorsegler aus dem Hause Diamond Aircraft aus Österreich. Sie verfügt über perfekte Segeleigenschaften, ist mit ihrem Motor aber auch zu längeren Strecken fähig. Wurde dies von Aerosoft glaubwürdig umgesetzt? Kann man damit die Thermik gut erwischen und längere Strecken zurücklegen? Hier sind meine Antworten darauf.
Nach einem Aerosoft-typischen, schnellen Download steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege. Nach der Installation, wozu keine Internetverbindung und kein Aerosoft Launcher benötigt werden, hat man genügend Zeit sich die Handbücher durchzusehen. Mitgeliefert werden eine Checkliste und ein Manual über die Systeme, jeweils in Deutsch und in Englisch. Leider sind nur drei verschiedene Lackierungen dabei, jede hat jeweils eine andere Cockpit-Ausstattung. Sobald ich mich einigermaßen mit den Handbüchern vertraut gemacht hatte, stellte ich meine Dimona, mit Kennung HB-2155, nach Stadtlohn Vreden.
Gesamtbild
Gleich am Anfang darf ich dem Entwickler gratulieren: Die Animierungen sind meisterhaft. Es herrscht vollkommene Detailgetreue am gesamten Flugzeug. Alle Zeiger wurden liebevoll angebracht, genauso die einzelnen Verschmutzungen an den Glasscheiben oder Abreibungen an der Außenseite des Flugzeugs. Jede Textur ist einfach sagenhaft und rasend scharf. Es sind nicht allzu viele Schalter vorhanden, jedoch sind alle davon zu betätigen. Jeder Schalter muss auch immer im Flug betätigt werden, ansonsten kann es zu Komplikationen kommen. Dies ist auch ein Grund, warum es nicht so tragisch ist, dass nicht so viele Schalter vorhanden sind. Immerhin kann man jeden betätigen und es sind nicht unnötig Knöpfe animiert. Weiter in der Außenansicht kann man wieder keine negativen Punkte finden. Nirgends fehlt etwas, alles ist vorhanden und sitzt am richtigen Platz. Mir persönlich gefallen die Reifen sehr gut, die Abreibung daran wurde spitze dargestellt. Die Krönung unter der Kategorie Gesamtbild ist der Sound. Es wurde einfach alles perfekt untergebracht und hört sich klasse an. Befindet man sich im Cold-and-Dark-Zustand und möchte das Flugzeug vorbereiten, empfiehlt es sich ganz besonders dem Batteriesound zuzuhören. Es ist ein wahres Orchester, wenn man langsam mithört, wie sich die Batterie hochfährt und alle anderen Systeme gleichzeitig harmonieren. Genau dasselbe beim Start des Propellers. Anfangs das leise Andrehen des Propellers, gefolgt von einem leichten Schnurren und schlussendlich ein lautstarkes Aufbrummen des gestarteten Triebwerks. Genauso hervorragend ist der Wingflex-Effekt an den Flügeln. Spielt man ein bisschen damit und versucht riskante Manöver, kann man wunderschöne gebogene Flügel sehen.
Systemtiefe
Die Systemtiefe in der Dimona wurde wunderbar übernommen. Ich hatte vor drei Jahren das Glück, selbst einmal darin mitzufliegen. Ich muss offen sagen: Es sind dieselben Vorgänge nötig wie in der echten Maschine, um einen erfolgreichen Flug zu absolvieren. Beginnen wir mit dem GPS. Es wurde nicht das normale GPS eingefügt (Gott sei Dank!), sondern ein eigenes, angepasstes GPS. Dieses GPS ist hilfreicher als alles andere. Es wurden viele Extras eingebaut, welche man von einem normalen sich niemals erdenken ließ. Eine der vielen Funktionen ist die freie Positionierung der Streckenpunkte. Dies heißt so viel wie, dass man sich überall im GPS einen Punkt zum Anfliegen setzen kann. Hilfreich ist dies allemal, so erspart man sich Zeit, um nicht jedes Mal einen neuen Flugplan zu laden. Um jeden Flugplatz anzufliegen, sollte man sich aber gut in der jeweiligen Region auskennen, immerhin muss man den Platz auf der Karte finden. Das nächste System ist das „C4 Competition“. Dieses Gerät ist speziell für Segler entwickelt. Es misst die Höhe, welche man zwischen Fuß und Meter einstellen kann, zeigt die Geschwindigkeit an sowie die Windgeschwindigkeit mit Windrichtung. Ebenfalls sieht man die Temperatur und Distanz zu dem nächsten Punkt.
Nun aber zum wichtigsten Teil der Systemtiefe, den Segel- und Motorflug-Funktionen. Die Dimona schafft es mit Leichtigkeit verschiedenste Strecken nur mit ihrem Propeller abzufliegen. Mit genügend Treibstoff, einem Auge auf die Systeme und etwas Geduld schafft man es durch jedes Land von A nach B. Aber dies ist es ja nicht, warum wir uns die Dimona angeschafft haben. Immerhin ist es ein Motorsegler. Ich testete das Flugzeug in den verschiedensten Situationen: Triebwerksausfall im Final, nach dem Start, im Climb oder während des Reiseflugs. In jeder Situation ist es möglich die Maschine butterweich auf der nächsten Landebahn aufzusetzen. Gut, dass dies im Final oder Cruise zu schaffen ist, war mir klar. Was mich erstaunte, war, wie schnell die Dimona trotzdem ohne Propeller noch Höhe gewinnen konnte mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit. Selbst drei Sekunden nach dem Start ist es für den Motorsegler möglich auf eine gewisse Höhe zu steigen und im Anschluss sicher zu landen. Dies macht die Maschine etwas ganz Besonderes für mich. Für andere, welche gewagte Segelkunstflüge probieren, ist dies auch genau das perfekte Flugzeug. Der bekannte „freie Fall“ ist einfach nachzustellen und man hat das Flugzeug wieder leicht unter Kontrolle. Selbstverständlich sind diese Stunts nur im Segelmodus zu empfehlen. Um nicht ständig den Knüppel zu halten, lässt sie sich ganz leicht trimmen. Man muss nur sehr genau arbeiten, denn das Flugzeug erzeugt massenhaft Auftrieb. Dies gilt auch für die Landung. Die Geschwindigkeit muss exakt sitzen, da man viel Auftrieb hat.
Fazit
Aerosoft hat mit der H36 Dimona X einen weiteren Meilenstein gesetzt. Für mich ist dieses Flugzeug nun wirklich perfekt. Extrem gute Texturen, klasse Animierungen, wunderbare Sounds und eine ordentlich Systemtiefe harmonieren vollkommen miteinander. Selten habe ich mit einem Flugzeug ohne Autopilot so viel Spaß empfunden. Ich kann jedem diesen Motorsegler empfehlen, bereuen tut man damit nichts. Der Entwickler Joachim Schweigler hat sich hiermit wahrhaftig einen kräftigen Applaus verdient. Ich persönlich hätte gerne mal die Ehre, ihm persönlich die Hand zu schütteln.
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